{"id":788,"date":"2016-12-27T18:48:33","date_gmt":"2016-12-27T18:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/?page_id=788"},"modified":"2016-12-27T19:06:25","modified_gmt":"2016-12-27T19:06:25","slug":"2016-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/?page_id=788","title":{"rendered":"2016"},"content":{"rendered":"<p><a name=top href=#anfang><\/a><br \/>\n<a name=anfang href=#cfp>Cfp<\/a><br \/>\n<a name=anfang href=#programm>Programm<\/a><br \/>\n<a name=anfang href=#tagungsbericht>Tagungsbericht<\/a><br \/>\n<a name=anfang href=#bilder>Bilder<\/a><\/p>\n<a name=cfp href=#anfang><\/a>\n<hr \/>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Call for Papers, Jahrestagung 2016<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eHospit\u00e4ler, Heime und Krankenh\u00e4user als Orte des Alterns und der medizinischen Pflege (vom Sp\u00e4tmittelalter bis zur Gegenwart)\u201c<\/strong><\/h3>\n<p>Den deutsch- und englischsprachigen CfP hier downloaden: <a href=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/CfPTagungBadRadkersburg2016.docx\">CfPTagungBadRadkersburg2016<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Veranstalter:<\/strong> Verein f\u00fcr Sozialgeschichte der Medizin in Kooperation mit dem Fachbereich f\u00fcr Geschichte der Universit\u00e4t Salzburg, dem Institut f\u00fcr \u00d6sterreichische Geschichtsforschung, dem Institut f\u00fcr Soziologie der Universit\u00e4t Graz und der Stadt Bad Radkersburg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Datum, Ort:\u00a0<\/strong>19.\u201321. Mai 2016, Bad Radkersburg, Zehnerhaus<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Deadline:<\/strong> 23. November 2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie es der Titel der Konferenz in Bad Radkersburg (S\u00fcdsteiermark) andeutet, versucht die Tagungsleitung das Themenfeld sehr offen zu gestalten, um den aktuell betriebenen intensiven Forschungen in den Bereichen Hospital- und Krankenhaus- sowie Pflegegeschichte gerecht zu werden. Besonders interessant scheint dabei der aktuelle Blick zu sein, die Wandlungen nach und um die Jahrtausendwende zu ber\u00fccksichtigen. Waren bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Hospit\u00e4ler und Krankenh\u00e4user mit ihren strengen Hausordnungen vor allem auch Orte der Verwahrung \u2013 gegenw\u00e4rtig geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung \u2013, so stellt sich die Frage, ab wann und in welcher Weise \u00c4nderungen eingetreten und wie diese theoretisch zu verorten sind. Pflege zumeist alter Menschen war \u2013 zumindest in den Hospit\u00e4lern \u2013 im (Sp\u00e4t-)Mittelalter und in der Fr\u00fchen Neuzeit zun\u00e4chst kein zentraler Aspekt des Alltags, die Insassen\/innen starben in der Regel getr\u00f6stet durch religi\u00f6sen Zuspruch, medizinische Hilfe blieb vielfach aus. Geht man hier lediglich von einem Topos aus? Wann und wodurch setzte hier ein Umdenken ein? Wie finanzierte man im Hospital medizinische F\u00fcrsorge und Betreuung? Von Interesse ist ferner der Wandlungsprozess vom idealtypischen Hospital zur modernen Seniorenresidenz, welche die Aspekte Altern und Pflege zumindest in der Theorie w\u00fcrdevoll zu verbinden wei\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schwestern und Br\u00fcder der fr\u00fchneuzeitlichen Krankenh\u00e4user (z. B. Elisabethinnen, Barmherzige Br\u00fcder) fokussierten ihre Arbeit auf andere Bereiche, sie gingen davon aus, dass der Mensch nach l\u00e4ngerer Pflege ihr Haus im Gegensatz zum Hospital wieder ges\u00fcnder oder sogar gesundet verlassen konnte. Der Weg zum modernen Krankenhaus, zur Klinik um 1800 war damit vorgezeichnet, in der die (Mit-)Arbeit des\/der Patient\/in keine Rolle mehr spielen sollte. In den katholisch orientierten Krankenanstalten dominierte hingegen auch im 19. Jahrhundert weiterhin das Gebet als Gegenleistung. (Pflege-)Heime als Einrichtungen des sp\u00e4ten 19. und, vor allem des 20. Jahrhunderts haben in den letzten Jahren aufgrund diverser Skandale viel an ihrem Ruf eingeb\u00fc\u00dft. Hier bleibt zu fragen, inwieweit sie alte Menschen ad\u00e4quat versorgen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der Tagung sollen das Landeskrankenhaus Bad Radkersburg und das ehemalige Hospital in Oberradkersburg (Gornja Radgona, heute Slowenien) besichtigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgew\u00e4hlte Tagungsbeitr\u00e4ge werden nach einem Peer-Review-Verfahren in der Zeitschrift Virus: Beitr\u00e4ge zur Sozialgeschichte der Medizin ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bitte senden Sie Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Einzelvortr\u00e4ge mit Abstracts von maximal einer Textseite bis zum 23. November 2015 per Email an Ass.-Prof. Mag. Dr. Alfred Stefan Wei\u00df: <a href=\"mailto:alfred.weiss@sbg.ac.at\">alfred.weiss@sbg.ac.at<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Auswahl der Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Tagungsbeitr\u00e4ge wird von der Tagungsleitung gemeinsam mit dem Vereinsvorstand und den Kooperationspartnern diskutiert, eine Zu- oder Absage erfolgt bis sp\u00e4testens Mitte Dezember 2015, die Aussendung des vorl\u00e4ufigen Tagungsprogramms bis Mitte Januar 2016. Selbstverst\u00e4ndlich sind auch alle historisch Interessierten, die keinen eigenen Vortrag halten, bereits jetzt herzlich zur Teilnahme eingeladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tagungsgeb\u00fchr betr\u00e4gt 75 Euro und deckt anfallende Kosten f\u00fcr F\u00fchrungen, Getr\u00e4nke, Imbisse und Kaffeepausen ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Verein f\u00fcr Sozialgeschichte der Medizin: Elisabeth Lobenwein, Elisabeth Dietrich-Daum, Carlos Watzka<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Tagungsleitung und Organisation: Alfred Stefan Wei\u00df, Sarah Pichlkastner, Martin Scheutz, Beatrix Vre\u010da, Carlos Watzka<\/p>\n<p>Kontakt:<br \/>\nAss.-Prof. Mag. Dr. Alfred Stefan Wei\u00df<br \/>\nFachbereich Geschichte<br \/>\nUniversit\u00e4t Salzburg<br \/>\nRudolfskai 42<br \/>\nA 5020 Salzburg<br \/>\n<a href=\"mailto:alfred.weiss@sbg.ac.at\">alfred.weiss@sbg.ac.at<\/a><\/p>\n<a name=anfang href=#top>zum Anfang<\/a>\n<hr \/>\n<a name=programm href=#anfang><\/a>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Programm<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u201e<\/strong><strong>Orte des Alters und der Pflege \u2013 Hospit\u00e4ler, Heime und Krankenh\u00e4user\u201c <\/strong><\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Jahrestagung 2016 des Vereins f\u00fcr Sozialgeschichte der Medizin \u2013 Geschichte(n) von Gesundheit und Krankheit<\/h4>\n<h6 style=\"text-align: center;\">in Kooperation mit dem Fachbereich Geschichte der Universit\u00e4t Salzburg, dem Institut f\u00fcr \u00d6sterreichische Geschichtsforschung und der Stadtgemeinde Bad Radkersburg<\/h6>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Flyer der Tagung hier zum download!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/2016_Flyer_Jahrestagung.pdf\">2016_Flyer_Jahrestagung<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/2016_Einladung-Podiumsdiskussion.pdf\">2016_Einladung Podiumsdiskussion<\/a><\/p>\n<p><strong>Ort:<\/strong> Bad Radkersburg (Steiermark, \u00d6sterreich), Zehnerhaus<\/p>\n<p><strong>Zeit:<\/strong> 19.\u201321. Mai 2016<\/p>\n<p><strong>Tagungsleitung und Organisation: <\/strong>Elisabeth Lobenwein, Sarah Pichlkastner, Martin Scheutz, Beatrix Vre\u010da, Carlos Watzka, Alfred Stefan Wei\u00df<\/p>\n<p><strong>Tagungsgeb\u00fchr:<\/strong> 75 \u20ac<\/p>\n<p><strong>Wenn Sie an der Tagung teilnehmen m\u00f6chten, dann setzten Sie sich bitte mit Ass. Prof. Dr. Alfred Stefan Wei\u00df<\/strong> (alfred.weiss@sbg.ac.at)<strong> in Verbindung.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 19. Mai 2016 <\/strong><br \/>\n9.00\u20139.30<br \/>\n<strong>Begr\u00fc\u00dfung und Er\u00f6ffnung der Tagung<\/strong><br \/>\nB\u00fcrgermeister der Stadt Bad Radkersburg Heinrich Schmidlechner<br \/>\nElisabeth Lobenwein (Pr\u00e4sidentin des Vereins f\u00fcr Sozialgeschichte der Medizin)<br \/>\nAlfred Stefan Wei\u00df (Fachbereich Geschichte der Universit\u00e4t Salzburg)<\/p>\n<p>9.30\u201311.00<br \/>\n<strong>Sektion 1: Institutionen und Versorgungsleistungen im Mittelalter<\/strong><br \/>\nVorsitz: <em>Beatrix Vre\u010da<\/em><br \/>\n<em>\u00a0<\/em><br \/>\n<em>Gustav<\/em> <em>Sch\u00e4fer <\/em>(Wien), Infirmerie und medizinisch-pflegerische Behandlung im mittelalterlichen Kloster<\/p>\n<p><em>Jana Madlen<\/em> <em>Sch\u00fctte <\/em>(Stuttgart), Repr\u00e4sentation am Krankenbett? Der sp\u00e4tmittelalterliche Patient, seine Heiler und ihr Wissen<\/p>\n<p><em>Fritz Dross <\/em>(Erlangen), Leprosorien in N\u00fcrnberg als Versorgungsst\u00e4tten<\/p>\n<p>11.00\u201311.30 Kaffeepause<\/p>\n<p>11.30\u201313.00<br \/>\n<strong>Sektion 2: Institutionelle Versorgungsleistung in der Fr\u00fchen Neuzeit<\/strong><br \/>\nVorsitz: <em>Elisabeth Lobenwein<\/em><\/p>\n<p><em>Martin Scheutz <\/em>(Wien), Das Bodenpersonal der Versorgung von Insassen in \u00f6sterreichischen Spit\u00e4lern der Fr\u00fchen Neuzeit<\/p>\n<p><em>Sarah Pichlkastner <\/em>(Wien), Vom Physikus \u00fcber den Medizin-Ausspeiser bis zur Krankenwarterin. Medizinische und pflegerische Versorgung im Wiener B\u00fcrgerspital und seinen Filialen in der Fr\u00fchen Neuzeit<\/p>\n<p><em>Edwin Hamberger <\/em>(M\u00fchldorf am Inn), Alltag und Pflege im Heiliggeistspital M\u00fchldorf von der fr\u00fchen Neuzeit bis zur Gegenwart<\/p>\n<p>13.00\u201314.00 Mittagspause im Zehnerhaus<\/p>\n<p>14.00\u201315.30<br \/>\n<strong>Sektion 3: Versorgungsleistungen von Verwahr- und Krankenhauseinrichtungen der Sattelzeit<\/strong><br \/>\nVorsitz: <em>Gerhard Ammerer<\/em><br \/>\n<em>\u00a0<\/em><br \/>\n<em>Elke Schlenkrich <\/em>(Frankfurt a. d. Oder), Erste Schritte bei der Umsetzung spezialisierter medizinisch-pflegerischer Versorgungskonzepte in geschlossenen Einrichtungen der Leipziger Armenf\u00fcrsorge (17.\u201319. Jahrhundert)<\/p>\n<p><em>Alexandra Kathrin<\/em> <em>Stanislaw-Kemenah <\/em>(Dresden), \u201eWenn nur wenigstens die Einrichtung im Lazareth so w\u00e4re wie im Armenhaus \u2026\u201c. Dresdner F\u00fcrsorgeeinrichtungen des 18. und 19. Jahrhunderts im Spannungsfeld von Versorgung und \u00d6konomisierung<\/p>\n<p><em>Bettina Blessing <\/em>(Regensburg), Monastische Barmherzigkeit? Die M\u00fcnchner Spit\u00e4ler der Barmherzigen Br\u00fcder und der Elisabethinerinnen in der Sattelzeit (1750\u20131809)<\/p>\n<p>15.30\u201316.00 Kaffeepause<\/p>\n<p>16.00\u201317.30<br \/>\n<strong>Sektion 3: Versorgungsleistungen von Verwahr- und Krankenhauseinrichtungen der Sattelzeit<\/strong><br \/>\nVorsitz: <em>Sarah Pichlkastner<\/em><\/p>\n<p><em>Carlos Watzka <\/em>(Graz), Krankenpflege als soziale Praxis in den Hospit\u00e4lern der Barmherzigen Br\u00fcder in \u00d6sterreich im 17. und 18. Jahrhundert \u2013 was wir dar\u00fcber wissen, und was nicht<\/p>\n<p><em>Elke Hammer-Luza<\/em> (Graz), Medizinische Versorgung und Krankenpflege in Grazer Straf- und Zwangsanstalten (1750\u20131850)<\/p>\n<p><em>Nathalie Patricia<\/em> <em>Soursos <\/em>(Wien), Die Bettenstiftungen der Wiener Griechen im 18. und 19. Jahrhundert<\/p>\n<p>19.00<br \/>\n<strong>Podiumsdiskussion \u201eKrankenh\u00e4user in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wie lange ist ein optimales Gesundheitssystem f\u00fcr jede\/n Steirer\/in noch zug\u00fcnglich?\u201c<\/strong><br \/>\nLeitung:<br \/>\nAss.-Prof. Dr. <em>Ewald Hiebl<\/em> (freier Mitarbeiter des ORF, Fachbereich Geschichte der Universit\u00e4t Salzburg, Salzburg)<br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><br \/>\nTeilnehmer:<br \/>\nHR Dipl-Ing. <em>Harald Gaugg<\/em> (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gesundheitsfonds Steiermark, Graz)<br \/>\nUniv.-Prof. Dr. <em>Karlheinz Tscheliessnigg<\/em> (Steierm\u00e4rkische Krankenanstalten, Graz)<br \/>\n\u00c4Dir. Prim. Dr. <em>Bernhard Zirm<\/em> (Mediziner, Bad Radkersburg)<br \/>\nPD Dr. <em>Fritz Dross<\/em> (Medizinhistoriker, Erlangen)<br \/>\nPD Dr. <em>Carlos Watzka<\/em> (Soziologe, Graz)<br \/>\n\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>Freitag, 20. Mai 2016<\/strong><\/p>\n<p>9.00\u201310.30<br \/>\n<strong>Sektion 4: Das Alter als Herausforderung der Versorgungsleistung<\/strong><br \/>\nVorsitz: <em>Alfred Stefan Wei\u00df<\/em><\/p>\n<p><em>Natalie Lorenz <\/em>(Innsbruck), Das Spital als Altersrefugium. Alltag und Konflikte alternder Spitalsbewohner\/innen im Innsbrucker Stadtspital in der Fr\u00fchen Neuzeit<\/p>\n<p><em>Christina Vanja <\/em>(Kassel), Die Aufnahme alter Menschen in die hessischen Hohen Hospit\u00e4ler der Fr\u00fchen Neuzeit<\/p>\n<p><em>Irmtraut<\/em> <em>Sahmland <\/em>(Marburg), Der medizinische Blick auf das Alter und der Lebensabend im Hospital<\/p>\n<p>10.30\u201311.00 Kaffeepause<\/p>\n<p>11.00\u201312.00<br \/>\n<strong>Sektion 5: Medizinische und pflegerische Versorgung in der Moderne<\/strong><br \/>\nVorsitz: <em>Martin Scheutz<\/em><\/p>\n<p><em>Isabel Atzl<\/em> (Berlin), \u201eDer Arzt \u00fcberl\u00e4sst die Ausf\u00fchrungen solcher Einspritzungen zuweilen einem Pfleger, zu dem er besonderes Vertrauen hat.\u201c Die \u00dcbergabe medizinischer T\u00e4tigkeiten in pflegerische H\u00e4nde in Krankenanstalten um 1900<\/p>\n<p><em>Eberhard Gabriel <\/em>(Wien), Die typologische Entwicklung psychiatrischer Einrichtungen im Erzherzogtum unter der Enns (Nieder\u00f6sterreich) im 19. Jahrhundert<\/p>\n<p>12.00\u201314.00 Mittagspause<\/p>\n<p>14.00\u201315.30<br \/>\nBesichtigung des ehemaligen Spitals in Gornja Radgona (Slowenien, Oberradkersburg) inkl. Vortrag<br \/>\n<em>Alfred Stefan<\/em> <em>Wei\u00df<\/em> (Salzburg), Das Spital vor Ort. Die Institution in Radkersburg als Ort des Alterns?<\/p>\n<p>15.30\u201317.00<br \/>\nRahmenprogramm in Gornja Radgona (Slowenien, Oberradkersburg)<\/p>\n<p>18.00<br \/>\nJahreshauptversammlung des Vereins f\u00fcr Sozialgeschichte der Medizin<br \/>\n\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013\u2013<br \/>\n<strong>Samstag, 21. Mai 2016<\/strong><\/p>\n<p>8.15\u20139.45<br \/>\n<strong>Sektion 6: Formen der Altersversorgung im 20.\/21. Jahrhundert <\/strong><br \/>\nVorsitz: <em>Carlos Watzka<\/em><\/p>\n<p><em>Felicitas S\u00f6hner <\/em>(Ulm), Psychiatrische Versorgung \u00e4lterer Patienten nach der \u201eAktion T4\u201c in Bayerisch-Schwaben<\/p>\n<p><em>Anders M\u00f8ller <\/em>(Kopenhagen), Transforming the Old Age Home<\/p>\n<p><em>Daniela Wagner <\/em>(Graz), Alten- und Pflegeheime zwischen Anspr\u00fcchen medizinischer Pflege und Lebensweltorientierung<\/p>\n<p>9.45\u201310.15 Kaffeepause<\/p>\n<p>10.15\u201312.45<br \/>\n<strong>Sektion 6: Formen der Altersversorgung im 20.\/21. Jahrhundert <\/strong><br \/>\nVorsitz: <em>Fritz Dross<\/em><\/p>\n<p><em>Maria Keil<\/em> (Berlin), Die Entfesselung der Alten. Bettgitter in den Sicherheitsdispositiven der Pflege<\/p>\n<p><em>Carolin Kollewe <\/em>(Heidelberg), Alter(n) im eigenen Heim: Assistive Technologien und ihre Rolle in der gegenw\u00e4rtigen Unterst\u00fctzung und Pflege alter Menschen<\/p>\n<p><em>Judith Bauer<\/em> (Vallendar), Gut Alt werden in Ordensgemeinschaften &#8211; Beratung und Unterst\u00fctzung der Provinz der Pallottiner zu Fragen des Alterns und der Pflege<\/p>\n<p><em>Wolfgang Wilhelm <\/em>(Wien), Biografiearbeit ohne Tabus. Sexuelle Orientierungen im Alter<\/p>\n<p><em>Ulla Kriebernegg <\/em>(Graz), Putting Age in Its Place: Representations of Institutional Eldercare in Contemporary North American Film and Fiction<\/p>\n<p>12.45\u201313.15<br \/>\n<em>Sarah Pichlkastner <\/em>(Wien), Institutionalisierte R\u00e4ume der Pflege. Von \u201eVerwahrung\u201c bis hin zu \u201eLebensweltorientierung\u201c \u2013 Schlussdiskussion<br \/>\n<a name=anfang href=#top>zum Anfang<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<a name=tagungsbericht href=#anfang><\/a>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Tagungsbericht<\/h3>\n<p>Bericht von Marina Hilber \/ Hall in Tirol<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2016_Tagungsbericht.pdf\">2016_tagungsbericht<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verein f\u00fcr Sozialgeschichte der Medizin begab sich im Rahmen seiner Jahrestagung zum wiederholten Male auf die Spuren der \u201eGeschichte(n) von Gesundheit und Krankheit\u201c und widmete sich im Mai 2016 den institutionalisierten R\u00e4umen des Alter(n)s und der Pflege in historischer Perspektive, ohne dabei aktuelle sozialpolitische Entwicklungen au\u00dfer Acht zu lassen. Das Themenfeld wurde explizit offen gestaltet, um den intensiven Forschungen im Bereich der Hospital- und Krankenhausgeschichte sowie der Pflegegeschichte gerecht werden zu k\u00f6nnen. Zeitlich erstreckten sich die pr\u00e4sentierten Beitr\u00e4ge vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert und schlossen somit die grundlegenden Entwicklungen und Wandlungsprozesse von den multifunktionalen mittelalterlichen und fr\u00fchneuzeitlichen Spit\u00e4lern hin zu den auf medizinische Versorgung spezialisierten und sich immer st\u00e4rker differenzierenden Krankenh\u00e4usern des 19. und 20. Jahrhunderts auf der einen, sowie den Altersheimen und modernen Seniorenresidenzen, auf der anderen Seite, mit ein. In insgesamt sechs chronologisch organisierten Sektionen gew\u00e4hrte die internationale Tagung Einblick in die aktuellen Forschungen von insgesamt 24 Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland. Eine Podiumsdiskussion zu brennenden Fragen der Gesundheitsversorgung in der Gastregion Steiermark sowie eine Exkursion zum ehemaligen Spital im benachbarten Gornja Radgona (Oberradkersburg, Slowenien) rundeten das dichte Tagungsprogramm ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Die zeitliche Chronologie und thematische Organisation der Panels wird im Folgenden aufgebrochen, um den im Tagungsverlauf sich herauskristallisierenden Argumentationslinien besser gerecht werden zu k\u00f6nnen. Einen Schwerpunkt stellte die Besch\u00e4ftigung mit den im institutionalisierten Raum lebenden Personengruppen dar. Bereits in der ersten Sektion zu den Versorgungsinstitutionen des Mittelalters f\u00fchrte FRITZ DROSS (Erlangen) das Publikum anhand mehrerer beispielhafter Schicksale in die Lebenswelt der Insassinnen und Insassen der vier N\u00fcrnberger Leprosorien ein. Dross betonte, dass das Leprosorium generell keinen zwanghaften Internierungscharakter besa\u00df, indem es den Lepr\u00f6sen erlaubt war im Umland und in der Stadt N\u00fcrnberg zu Betteln. Au\u00dferdem konnte der Eintritt in ein Leprosorium eine tempor\u00e4re Versorgungsm\u00f6glichkeit darstellen, bis sich alternative \u00f6konomische Versorgungsoptionen etwa in Form einer Verehelichung auftaten. Anhand eines reichhaltigen Korpus an normativen Quellen (Spitalsordnungen) erstellte MARTIN SCHEUTZ (Wien) eine Typologie administrativer Hierarchien im fr\u00fchneuzeitlichen Spital und zeigte eine durch die oftmals eklatante Misswirtschaft evozierte Intensivierung von personellen Kontrollinstanzen auf. Die Hospit\u00e4ler der Fr\u00fchen Neuzeit waren, Scheutz zufolge, in erster Linie Wirtschaftsbetriebe, die ihre pflegerische Bedeutung hintan stellten. Das zahlenm\u00e4\u00dfig und biographisch schwer fassbare Pflegepersonal rekrutierte sich nach Bedarf vielfach aus dem Pool der Insassinnen und Insassen. Diesen Befund st\u00fctzte auch SARAH PICHLKASTNER (Wien) am Beispiel des Wiener B\u00fcrgerspitals. Pichlkastner wies den Einsatz von au\u00dferordentlichem Personal, etwa zum Pflegedienst verurteilten Straft\u00e4terinnen nach und stellte eine allm\u00e4hliche Verschiebung vom Wirtschafts- hin zum Pflegepersonal fest. Zudem zeigten die von ihr analysierten Besoldungslisten bereits in der Fr\u00fchen Neuzeit einen gender-pay-gap. Auch die sich in der semantischen \u00c4nderung vom \u201eSiechen-Knecht\u201c hin zum \u201eKrankenw\u00e4rter\u201c widerspiegelnde Professionalisierung wurde erst mit Versp\u00e4tung auf weibliche Pflegende ausgedehnt. EDWIN HAMBERGER (M\u00fchldorf am Inn) widmete sich dem M\u00fchldorfer Heiliggeistspital, welches als Pfr\u00fcndnerhaus gef\u00fchrt wurde und bis 1821 weder Arme noch Kranke aufnahm. Mit ihrem Eintritt unterwarfen sich die ledigen oder verwitweten Pfr\u00fcndner einer strikten Hausordnung, die Arbeitsleistungen und einen sittlichen Lebenswandel voraussetzte. Die soziale Hierarchisierung im Spital manifestierte sich in unterschiedlicher Unterbringung und Kost. Hamberger thematisierte auch Krankheit im Alter, die im konkreten Fall zur Exklusion und zur Unterbringung in einer geeigneten Versorgungseinrichtung f\u00fchrte. Die Transferierungspraxis fand auch bei NATALIE LORENZ (Innsbruck) Erw\u00e4hnung, die erste Ergebnisse ihrer Dissertation zum Innsbrucker Stadtspital pr\u00e4sentierte. \u00dcber die systematische Auswertung der Rechnungsb\u00fccher gelang es der Referentin eine deutliche Zunahme der Pfr\u00fcnde ab dem 17. Jahrhundert zu rekonstruieren. Doch z\u00e4hlten zu den typischen Pfr\u00fcndnerinnen und Pfr\u00fcndnern nicht nur alte, verwitwete, sondern auch geistig beeintr\u00e4chtigte Personen, darunter etliche Kinder, die lebenslang im Spital verblieben. CHRISTINA VANJAs (Kassel) Vortrag widmete sich den hessischen Hohen Hospit\u00e4lern, die vorrangig alte Menschen aufnahmen und diesen auch medizinische Versorgung angedeihen lie\u00dfen. Auf der Basis von Supplikationen verdeutlichte Vanja die sozialen Lebensumst\u00e4nde der um Aufnahme ansuchenden Personen. Die Nachfrage nach einer sicheren Versorgung im Alter stieg stetig an und im 18. Jahrhundert existierten \u2013 wohl auch aufgrund des relativ hohen Lebensstandards \u2013 bereits lange Wartelisten. Auf prolongierte Wartezeiten von \u00fcber f\u00fcnf Jahren verwies auch ALFRED STEFAN WEISS (Salzburg) in seinem Beitrag zur lokalen Versorgungsinstitution am Tagungsort Bad Radkersburg. Ungew\u00f6hnlich nannte er in diesem Zusammenhang das Ph\u00e4nomen einer sp\u00e4ten Verlegung der Lokalit\u00e4t aus dem Zentrum in die Peripherie der Stadt. Das Spital konzentrierte sich auf die Pflege armer alter Menschen, die offenbar auch bei Krankheit im Spital verblieben und ihren Lebensabend vorrangig mit Gebet verbrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CARLOS WATZKA (Graz) analysierte die Krankenpflege in den Hospit\u00e4lern der Barmherzigen Br\u00fcder als soziale Praxis und rekonstruierte ihre Verbreitung in \u00d6sterreich im 17. und 18. Jahrhundert. Die Laienbruderschaft konzentrierte sich nicht auf die Pflege der Alten, sondern auf heilbare m\u00e4nnliche Patienten, was sich in kurzen Aufenthalten und moderater Mortalit\u00e4tsrate (10-20%) niederschlug. Die medizinische und pflegerische Versorgung wurde als ausgesprochen gut bezeichnet, Inventare belegen zudem beeindruckende Arzneimittel-Sortimente. Einen zeithistorischen Beitrag lieferte FELICITAS S\u00d6HNER (Ulm) mit ihren Untersuchungen zur psychiatrischen Versorgung alter Menschen in Bayerisch-Schwaben nach der \u201eAktion T4\u201c. Dieser waren zwar relativ wenige alte Menschen zum Opfer gefallen, doch nach 1941 verschlechterte sich die Versorgungssituation zusehends. Arbeitswille und Arbeitsleistung wurden auch bei \u00e4lteren Versorgten zur zentralen Kategorie, die das \u00dcberleben sichern konnte. DANIELA WAGNERs (Graz) Beitrag f\u00fchrte in die Gegenwart und diskutierte auf der Basis von Interviews die ambivalente Stellung \u00f6sterreichischer Alten- und Pflegeheime zwischen medizinischer Pflege und Anspr\u00fcchen der Lebensweltorientierung. Wagner kritisierte den starken Krankenhausbezug, die Hierarchien der Pflege sowie das fehlende Engagement der Politik und pl\u00e4dierte f\u00fcr einen intensivierten p\u00e4dagogischen Blick auf die Altersheime. WOLFGANG WILHELM (Wien) problematisierte den Umgang mit sexueller Orientierung im Alter und berichtete \u00fcber W\u00fcnsche von \u00e4lteren homosexuellen Menschen, die sich keine Ghettoisierung, sondern Akzeptanz und einen Austausch mit Gleichgesinnten w\u00fcnschen w\u00fcrden. Wilhelm sprach sich f\u00fcr eine Sensibilisierung der Pflege und eine Integration von Biographiearbeit in die individuellen Pflegebeziehungen aus. Die Amerikanistin ULLA KRIEBERNEGG (Graz) n\u00e4herte sich dem Altersheim \u00fcber die Analyse von nordamerikanischen \u201ecare home narratives\u201c in zeitgen\u00f6ssischer Literatur und Film an. Altersheime dienten dabei als Projektionsfl\u00e4chen gesellschaftlicher \u00c4ngste, so die Referentin, doch gerade diesen bedrohlichen Geschichten l\u00e4ge ein bewusstseinsbildendes Potential zu Grunde. Die Fiktionalit\u00e4t der Erz\u00e4hlungen k\u00f6nne Empathie generieren und so zu Erkenntnissen und L\u00f6sungsans\u00e4tzen im Umgang mit dem Alter f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Neben jenen Beitr\u00e4gen, die sich intensiv mit den Akteuren und ihren Lebenswelten auseinandersetzten, verfolgten andere Beitr\u00e4ge einen st\u00e4rker institutionengeschichtlich gepr\u00e4gten Zugang. GUSTAV SCH\u00c4FER (Wien) versuchte \u00fcber einen architekturhistorischen Zugriff der Ausgestaltung der Infirmerien und ihrer Bedeutung im Kontext medizinisch-pflegerischer Behandlung im mittelalterlichen Kloster nachzugehen. Sch\u00e4fer berief sich zum einen auf die <em>Regula Benedicti<\/em> als Grundlage f\u00fcr die materielle Ausgestaltung des pflegerischen Raumes, zum anderen w\u00fcrden auch architektonische Pl\u00e4ne (Klosterplan St. Gallen) interessante Aufschl\u00fcsse hinsichtlich der Bedeutung und Situierung medikaler R\u00e4ume im Kloster liefern. Im Panel zu den Versorgungsleistungen von Verwahr- und Krankenhauseinrichtungen der Sattelzeit legte etwa ELKE SCHLENKRICH (Frankfurt a. d. Oder) ihren Fokus auf die Interaktion der drei behandelten H\u00e4user der Leipziger Armenf\u00fcrsorge und deren institutionelle Entwicklung von multifunktionalen hin zu spezialisierten Versorgungseinrichtungen mit differenzierten Funktionsprofilen. Schlenkrich betonte, dass am Leipziger Beispiel der innereurop\u00e4ische Ideentransfer nachvollziehbar w\u00fcrde, indem Spitals-Neubauten nach bew\u00e4hrten Vorbildern realisiert worden waren und die Implementierung eines obstetrischen Unterrichts in den 1760ern nach Stra\u00dfburger Beispiel erfolgte. Schlenkrich regte an den Topos der medizinischen und pflegerischen Unterversorgung in der Fr\u00fchen Neuzeit zu \u00fcberdenken, da das Leipziger Beispiel diese Befunde keineswegs st\u00fctzen w\u00fcrde. G\u00e4nzlich kontr\u00e4r stellte sich die Situation in den von ALEXANDRA KATHRIN STANISLAW-KEMENAH (Dresden) vorgestellten Dresdner F\u00fcrsorgeeinrichtungen des 18. und 19. Jahrhunderts dar. Diese hatten stets mit finanziellen und politischen Abh\u00e4ngigkeiten sowie mit Unterversorgung zu k\u00e4mpfen. Um 1750 z\u00e4hlten \u00dcberbelegung, Ungeziefer, fehlende Reinigung und mangelhafte Krankenwartung zu den dr\u00e4ngenden Problemen. Auch im 1797 zum Krankenhaus erhobenen Lazarett entsprach die \u00e4rztliche Versorgung aus Gr\u00fcnden der Unterfinanzierung keineswegs medizinischen Mindestanforderungen. \u00c4hnliche Problemlagen stellte auch ELKE HAMMER-LUZA (Graz) in ihrem Vortrag zur medizinisch-pflegerischen Versorgung in den Grazer Straf- und Zwangsanstalten fest. Trotz hoher Morbidit\u00e4tsraten lie\u00df sich besonders im 18. Jahrhundert eine Unterversorgung der Insassinnen und Insassen feststellen. Eigene Krankenzimmer waren nicht selbstverst\u00e4ndlich und Pl\u00e4ne zur Separierung der Kranken wurden vielfach von der herrschenden Raumnot konterkariert. Hammer-Luza wies auf die Ambivalenz der Quellen und Probleme mit Simulanten hin. Erst im 19. Jahrhundert konnte eine Verbesserung der Versorgungssituation beobachtet werden. Das Streben nach einer Verbesserung individueller Versorgungssituationen in einem ethnischen Kontext stand im Zentrum von NATHALIE PATRICIA SOURSOS (Wien) Beitrag, die \u00fcber die Bettenstiftungen der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinden in Wien (1770-1918) referierte. Soursos stellte die Stifterpers\u00f6nlichkeiten und die Motive ihres sozialen Engagements (z.B. Kinderlosigkeit, Weitergabe des Namens) vor. Die Bettenstiftungen im Wiener Allgemeinen Krankenhaus und bei den Barmherzigen Br\u00fcdern sowie in Krankenh\u00e4usern in der griechischen Heimat sollten armen Landsleuten zugute kommen, die tats\u00e4chliche Inanspruchnahme und der dadurch beg\u00fcnstigte Patientenkreis k\u00f6nne jedoch nicht umfassend rekonstruiert werden, so die Referentin. EBERHARD GABRIEL (Wien) stellte im Anschluss ein Phasenmodell der Entwicklung psychiatrischer Institutionen im 19. Jahrhundert vor. Am Beispiel Nieder\u00f6sterreichs wurde ausgef\u00fchrt, dass es zu einer Ausdehnung der Kapazit\u00e4ten und Standorte, mit einer Konzentration auf die Metropole Wien kam. Zudem zeigte sich auch im Bereich der Psychiatrie die zunehmende Medikalisierung und Professionalisierung mit einer Abkehr von reinen Verwahranstalten. Dennoch konstatierte Gabriel weiterhin Nutzungs\u00fcberschneidungen mit anderen Versorgungseinrichtungen. ANDERS M\u00d8LLER (Kopenhagen) zeigte am Beispiel Kopenhagens ebenfalls eine in Phasen ablaufende Entwicklung st\u00e4dtischer Altersversorgung im 20. Jahrhundert. Am Beginn st\u00fcnde, so M\u00f8ller, die Absonderung der Alten von anderen Empf\u00e4ngern \u00f6ffentlicher Armenf\u00fcrsorge. Daran schloss ein Prozess intensiver Baut\u00e4tigkeit zur Etablierung moderner Altenheime, der bald schon in eine Phase der r\u00e4umlichen Erweiterung und verst\u00e4rkten Hospitalisierung \u00fcberging und in der \u201eStadt der Alten\u201c m\u00fcndete. Ab den 1930er-Jahren bem\u00fchte man sich zusehends um eine (r\u00e4umliche) Individualisierung der Pflege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Im Rahmen der Tagung fanden jedoch nicht nur Beitr\u00e4ge zu institutionalisierten Pfleger\u00e4umen Platz, einige Beitr\u00e4ge widmeten sich dezidiert dezentralen, ambulanten Pflegeperspektiven. JANA MADLEN SCH\u00dcTTE (Stuttgart) problematisierte am Beispiel der 1493 durchgef\u00fchrten Beinamputation an Kaiser Friedrich III. einen solchen au\u00dferinstitutionellen Versorgungsraum und verdeutlichte am adeligen Exempel die Dimensionen von Repr\u00e4sentation am Krankenbett. Auf der Grundlage des Berichts des ausf\u00fchrenden Wundarztes Hans Seyff gelang Sch\u00fctte eine multiperspektivische Rekonstruktion der historischen Ereignisse, der handlungsleitenden Motive der beteiligten Akteure sowie eine Einsch\u00e4tzung hinsichtlich des tats\u00e4chlichen Repr\u00e4sentationsgehaltes \u00f6ffentlicher Krankenlager. CAROLIN KOLLEWE (Heidelberg) pr\u00e4sentierte assistive Technologien, die ein Altern im eigenen Heim in Selbst\u00e4ndigkeit und Selbstbestimmung erm\u00f6glichen k\u00f6nnten. Kollewe berichtete \u00fcber die Erprobung erweiterter Hausnotrufsysteme, die im Spannungsfeld von sinnvoller Pr\u00e4ventionsarbeit und digitaler \u00dcberwachung angesiedelt seien. Kollewe argumentierte, dass es aktuell nicht mehr vorrangig um VERsorgung gehe, sondern um die Erm\u00f6glichung von SELBSTsorge. JUDITH BAUER (Vallendar) berichtete ebenfalls aus einem laufenden Forschungsprojekt, dessen Ziel es ist, der katholischen Glaubensgemeinschaft der Pallottiner einen Leitfaden zur Pflege ihrer alternden Ordensangeh\u00f6rigen an die Hand zu geben. Dabei stehen Aspekte der dezentralen, ambulanten Pflege und die Erarbeitung von p\u00e4dagogischen Besch\u00e4ftigungsangeboten f\u00fcr alte Ordensleute im Zentrum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Einen weiteren Schwerpunkt stellten objektbezogene Forschungen im Kontext der Pflegegeschichte dar. Neben Carolin Kollewe referierte auch ISABEL ATZL (Berlin) zum Potential materieller Quellen. Dabei standen in ihrem Vortrag konkrete Ver\u00e4nderungsprozesse in der Krankenpflege der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts im Zentrum. Insbesondere die \u00dcberantwortung genuin medizinischer T\u00e4tigkeiten, respektive medizinischer Instrumentarien, an die Pflegenden (Fiebermesser, subkutane Spritzen, etc.) wurde thematisiert. MARIA KEIL (Berlin) verfolgte ebenfalls einen materiellen Zugang, indem sie den virulenten Diskurs rund um die Notwendigkeit von Bettgittern in der Altenpflege analysierte. Anhand zeitgen\u00f6ssischen Werbematerials illustrierte die Referentin den Siegeszug dieser wirkm\u00e4chtigen Kleinigkeit im institutionalisierten Alltag alternder Menschen seit den 1950er-Jahren. Ab dem Millennium schlie\u00dflich sei die Kritik an den Fixierungen jedoch un\u00fcberh\u00f6rbar geworden, so Keil, die abschlie\u00dfend alternative Pflegestrategien wie die bodennahe Pflege skizzierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Die diesj\u00e4hrige Tagung des Vereins f\u00fcr Sozialgeschichte der Medizin bestach nicht nur durch ihre hochkar\u00e4tige und internationale Besetzung, sondern insbesondere durch die Vielfalt der Beitr\u00e4ge, die unterschiedlichste Facetten der Hospital- und Krankenhausforschung ausleuchteten. SARAH PICHLKASTNER (Wien) f\u00fchrte abschlie\u00dfend die zentralen Diskussionspunkte vor Augen und betonte vor dem Hintergrund der verwendeten Terminologie, der beforschten R\u00e4ume, der handelnden Akteure und relevanten medizinisch-pflegerischen T\u00e4tigkeiten, das hohe Potential gegenw\u00e4rtiger Forschungen, wies allerdings auch auf Ambivalenzen und Desiderate hin, die Thema zuk\u00fcnftiger Forschungsarbeiten sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u00a0Zitation<\/p>\n<p>Tagungsbericht \u201eOrte des Alters und der Pflege \u2013 Hospit\u00e4ler, Heime und Krankenh\u00e4user.\u201c Geschichte(n) von Gesundheit und Krankheit. Jahrestagung 2016 des Vereins f\u00fcr Sozialgeschichte der Medizin. 19.05.2016\u201321.05.2016, Bad Radkersburg,<br \/>\nin: H-Soz-Kult 22.07.2016, <a href=\"http:\/\/www.hsozkult.de\/conferencereport\/id\/tagungsberichte-6620\">www.hsozkult.de\/conferencereport\/id\/tagungsberichte-6620<\/a>.<\/p>\n<a name=anfang href=#top>zum Anfang<\/a>\n<hr \/>\n<a name=bilder href=#anfang><\/a>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Bilder<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Fassade2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-749\" src=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Fassade2.jpg\" alt=\"Fassade2\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Fassade2.jpg 2000w, 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sizes=\"(max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a>Vortrag und Besichtigung des ehemaligen Spitals in Gornja Radgona (Slowenien, Oberradkersburg)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Oberradkersburg_Gruppe_au\u00dfen2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-752\" src=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Oberradkersburg_Gruppe_au\u00dfen2.jpg\" alt=\"Oberradkersburg_Gruppe_au\u00dfen\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Oberradkersburg_Gruppe_au\u00dfen2.jpg 2136w, https:\/\/www.sozialgeschichte-medizin.org\/wp_verein\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Oberradkersburg_Gruppe_au\u00dfen2-300x200.jpg 300w, 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